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Wer für ein mittelständisches Unternehmen eine Firewall beschafft, steht vor einer schwierigen Wahl. Diese Lektion beschreibt drei Zumutungen, die beim Firewall-Kauf immer wieder auftauchen. Sie erklärt außerdem, warum reines Open Source für viele Unternehmen keine einfache Lösung ist.
Die drei Zumutungen beim Firewall-Kauf
Firewall-Beschaffung klingt nach einer technischen Entscheidung. In der Praxis ist sie vor allem eine wirtschaftliche und rechtliche Entscheidung. Drei Punkte sorgen dabei immer wieder für Ärger.
1. Der Lizenzstapel
Zur eigentlichen Box kommen Subscriptions, einzelne Feature-Lizenzen und Support-Verträge dazu. Jede dieser Positionen hat eine eigene Laufzeit und eine eigene Preisentwicklung. Wer nach drei Jahren die Gesamtkosten zusammenrechnet, findet oft eine Summe, die mit dem ursprünglichen Angebot kaum noch etwas zu tun hat.
2. Cloud-Zwang und fremde Gerichtsbarkeit
Viele große Hersteller verwalten ihre Firewalls über eine eigene Cloud. Management-Oberfläche und Telemetriedaten laufen dann über Rechenzentren außerhalb Europas. Die eigene Sicherheitsinfrastruktur hängt damit an einer fremden Gerichtsbarkeit und an den Geschäftsentscheidungen eines fremden Anbieters. Für ein Unternehmen, das seine eigenen Daten schützen will, ist das ein Widerspruch.
3. Die Hardware-Bindung
Bei vielen Anbietern klebt die Software fest an einer bestimmten Box. Wächst das Unternehmen oder wächst der Datenverkehr, reicht die Leistung der alten Appliance nicht mehr. Es folgt ein Neukauf, eine neue Lizenzierung und eine neue Einarbeitung. Die Firewall wächst nicht mit dem Unternehmen mit, sie muss ersetzt werden.
Warum reines Open Source oft kein Ausweg ist
Manche IT-Verantwortliche denken an dieser Stelle an eine reine Open-Source-Lösung. Das löst zwar die Lizenzfrage, bringt aber eigene Risiken mit. Eine reine Open-Source-Firewall kommt ohne Garantie. Es gibt kein Service Level Agreement, das eine Reaktionszeit im Ernstfall zusichert. Und es gibt keinen festen Ansprechpartner, der im Störungsfall erreichbar ist. Für ein Testsystem mag das reichen. Für eine produktive Umgebung, die den gesamten Netzwerkverkehr eines Unternehmens schützt, trägt das die wenigste IT-Abteilung dauerhaft.
Merksatz: Eine Firewall, die an einer Box klebt, wächst nicht mit dem Unternehmen mit. Sie muss irgendwann ersetzt werden.
Merksatz: Reines Open Source ohne Garantie, SLA und Ansprechpartner ist für produktive Umgebungen ein Risiko, das die wenigsten Unternehmen bewusst eingehen wollen.
AIMdefense-Bezug
Diese drei Zumutungen sind der Ausgangspunkt für die Entwicklung von AIMdefense. Wie AIMdefense sie konkret auflöst, zeigt die nächste Lektion dieses Kurses.
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